AKTUELLES

Aufzug im Dokumentationszentrum außer Betrieb

Der Aufzug im Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße 111, 13355 Berlin, ist derzeit leider außer Betrieb.

Wir bitten dies zu entschuldigen!

Schließung der Kapelle der Versöhnung bis 27. August 2019

Aufgrund von Ausbesserungsarbeiten muss die Kapelle der Versöhnung von Mittwoch, den 21. August 2019 bis einschließlich Dienstag, den 27. August 2019 geschlossen bleiben. Die Andachten für die Todesopfer an der Berliner Mauer müssen ebenso entfallen.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

Die Stiftung Berliner Mauer erinnert an Günter Litfin

Die Stiftung Berliner Mauer erinnert an Günter Litfin, der vor 58 Jahren am 24. August 1961 bei einem Fluchtversuch als erstes Opfer durch gezielte Schüsse an der Berliner Mauer gestorben ist.

Geboren am 19. Januar 1937 in Berlin, wo er im Stadtbezirk Weißensee aufwächst, erlebt Günter Litfin als Kind und Jugendlicher den Zweiten Weltkrieg, den Wiederaufbau und die fortschreitende Teilung der Stadt. Am 24. August 1961, es ist kurz nach 16 Uhr, versucht Günter Litfin an diesem Nachmittag zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Berichten der Ost-Berliner Volkspolizei zufolge führt sein Weg vom Charité-Gelände über eine Grundstücksmauer zum Spreeufer. Dort wird er von Angehörigen der Transportpolizei entdeckt. Von der Eisenbahnbrücke aus fordern sie den Flüchtenden auf, stehen zu bleiben, und geben Warnschüsse ab. Als Günter Litfin in das angrenzende Becken des Humboldthafens springt, eröffnen sie das Feuer. Das gegenüberliegende West-Berliner Ufer fast in Reichweite, wird er durch eine Kugel in den Hinterkopf tödlich verletzt. Drei Stunden später wird sein Leichnam von Ost-Berliner Feuerwehrleuten aus dem Wasser gezogen. Am anderen Ufer haben sich derweil Hunderte von West-Berlinern versammelt, die den Abtransport des toten Flüchtlings beobachten. Die Presseberichterstattung der nächsten Tage spiegelt die Empörung, die der Tod von Günter Litfin im Westen auslöst: „Ulbrichts Menschenjäger wurden zu Mördern!“, titelt die „BZ“, und auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ verurteilt die „brutale Kaltblütigkeit“ der Grenzposten. Ganz anders sehen die Reaktionen in Ost-Berlin aus. Unter der Überschrift „Schüsse missachtet“ wird der Flüchtling in Ost-Berliner Presseberichten als „eine wegen verbrecherischer Handlungen verfolgte Person“ hingestellt. Obwohl die Todesumstände angesichts westlicher Medienberichte allgemein bekannt sind, verlangen die Ost-Berliner Behörden, dass die Hinterbliebenen darüber Stillschweigen bewahren. Nach dem Ende der DDR werden strafrechtliche Ermittlungen gegen zwei damalige Schützen eingeleitet.

Die ganze Geschichte von Günter Litfin als auch auf der Webseite der Gedenkstätte Günter Litfin.

Nähere Infos zu den regelmäßigen Gedenkandachten in der Kapelle der Versöhnung.