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Mauerbau vor der Haustür - Schenkung von Wolfgang Ohlendorf

Zum Zeitpunkt des Mauerbaus wohnte die Familie Ohlendorf direkt an der Grenze in Berlin-Kreuzberg in der Sebastianstraße 84. Das Haus gehörte zu West-Berlin und lag im amerikanischen Sektor. Die Straße einschließlich des Bürgersteigs vor dem Haus war jedoch schon Ost-Berlin. Mitte August 1961 wurde die Mauer vor dem Haus der Familie errichtet und führte die gesamte Straße entlang. Der Bürgersteig durfte, obwohl er im sowjetischen Sektor lag, bald wieder von den Anwohnern benutzt werden. Günter Ohlendorf, der Vater der Familie, verfolgte und dokumentierte den Mauerbau mit seiner Kamera. Der Sohn Wolfgang Ohlendorf hat nun diese Fotografien der Stiftung Berliner Mauer geschenkt. An den Aufnahmen fällt besonders auf, dass sie ein eher nüchternes und unaufgeregtes Bild vom Ablauf des Mauerbaus vermitteln.

Fotomotiv: Panzer am Moritzplatz

Private Fotografien unmittelbar vom Mauerbau sind eher selten. In diesem besonderen Fall gibt es von einem Ereignis jedoch bereits Fotos in der Sammlung: Zwei Panzer des US-Militärs in Berlin fahren direkt an der Sektorengrenze nach Ost-Berlin auf. Die beiden Kampf- und Schützenpanzer werden unmittelbar nach dem Beginn des Mauerbaus am Moritzplatz postiert und locken viele Schaulustige an. Ein unbekannter Fotograf, dessen Fotos schon mehrere Jahre in der Sammlung sind, hat sich das gleiche Fotomotiv wie Günter Ohlendorf gesucht. Er fand den Aufmarsch der Panzer ebenfalls so eindrucksvoll, dass er die Geschehnisse in sehr ähnlichen Motiven festhielt.

Schenkung Wolfgang Ohlendorf - F-023724 Schenkung Wolfgang Ohlendorf - unbekannter Fotograf - F-020460
Der Kampfpanzer „Yogi Bear“ am Moritzplatz. Viele Menschen scharen sich um das Fahrzeug. Der Panzer ist besonders gut durch den großen weißen Stern und die Nummer „43“ wiederzuerkennen. Im Hintergrund erkennt man jeweils das U-Bahnhofschild Moritzplatz und mehrere Fabrikschornsteine.

Schenkung Wolfgang Ohlendorf - F-023726 Schenkung Wolfgang Ohlendorf - unbekannter Fotograf - F-020462
Günter Ohlendorfs Foto zeigt den Kampfpanzer „Yogi Bear“ auf der Prinzenstraße. Ein Mann streckt seine Hände nach einem US-amerikanischen Soldaten aus. Auf dem Foto des unbekannten Fotografen steht der gleiche Kampfpanzer mit der Nummer „43“ am Moritzplatz. Mehrere Schaulustige stehen um den Panzer.

Schenkung Wolfgang Ohlendorf - F-023725 Schenkung Wolfgang Ohlendorf - unbekannter Fotograf - F-020476
Aus der gleichen Perspektive wurde der Kampfpanzer „Yogi Bear“ von beiden Fotografen am Moritzplatz abgelichtet. Gut wiederzuerkennen sind der Schriftzug an der Hauswand „Charlottenburger Pilsner“ und die hohe Leiter am Laternenmast.

Schenkung Wolfgang Ohlendorf - F-023727 Schenkung Wolfgang Ohlendorf - unbekannter Fotograf - F-020473
Passanten haben sich vor einem Schützenpanzer der US-amerikanischen Armee versammelt, der vor einer Häuserwand am Moritzplatz steht. Auf beiden Fotos lässt sich der Schriftzug und die Nummer des Panzers „U.S. Army, 12K 207“ gut erkennen. Anhand der abgerissenen Häuserfassade und der Straßenlaterne kann der Panzer an der gleichen Stelle verortet werden.

Bildpaar V

Schenkung Wolfgang Ohlendorf - F-023728 Schenkung Wolfgang Ohlendorf - unbekannter Fotograf - F-020469
Schaulustige scharen sich auf beiden Fotos um einen Schützenpanzer, auf dem entspannt wirkende Soldaten zu sehen sind. Auf diesem Bilderpaar steht der Panzer in genau der gleichen Häusernische, jedoch an einer anderen Stelle. Dass es der gleiche Schützenpanzer ist, lässt sich an der Nummer „F-78“ und dem Namen der im US-Bundesstaat Tennessee gelegenen Stadt „Chattanooga“ ablesen. Die Ziegelwand im Hintergrund sowie der Fußweg und die Wiese deuten auf den gleichen Ort am Moritzplatz hin.

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