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DIENSTAG, 10. JULI 2018
ROGGENERNTE AN DER KAPELLE DER VERSÖHNUNG

Roggenernte an der Kapelle der Versöhnung

Berlin, 10. Juli 2018 – Am heutigen Dienstag wurde das Roggenfeld an der Kapelle der Versöhnung auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer abgeerntet. Das rund einen halben Hektar große Getreidefeld im ehemaligen Todesstreifen ist ein wesentliches Element der Gedenkstätte an der Bernauer Straße: ein Symbol für die Überwindung von Angst und Gewalt an diesem historischen Ort.

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, sagt dazu: „Ein Roggenfeld auf dem Todesstreifen ist ein ebenso symbolkräftiges wie nachhaltiges Zeichen für das Leben und für das natürliche Gedeihen – an einem Ort, an dem das SED-Regime einst jegliche Entwicklung verhindern wollte.“

Die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Berliner Humboldt-Universität (Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften / Fachgebiet Acker- und Pflanzenbau), engagiert sich seit 12 Jahren mit verschiedenen Forschungsprojekten für das Roggenfeld und übernimmt dessen Pflege, die Aussaat und die Ernte. Wie in den Vorjahren war auch in diesem Jahr wieder der Mähdrescher der Lehr- und Forschungsstation Pflanzenbauwissenschaften der Lebenswissenschaftlichen Fakultät im Einsatz.

Nach der Ernte wird das Korn für verschiedene Projekte eingesetzt. Unter anderem wird daraus zu besonderen Anlässen Brot gebacken, oder es werden Oblaten für die Feier des Abendmahls in der Kapelle der Versöhnung hergestellt. Das anfallende Stroh wird zur Verbesserung der Bodenqualität in den Boden eingearbeitet.




Bereits im Frühjahr 1990 hatten einige Ostberliner auf dem ehemaligen Todesstreifen Lupinen ausgesät. Später übernahmen Mitglieder der evangelischen Versöhnungsgemeinde die Aussaat als Teil ihrer Gemeindearbeit – im ehemaligen Todesstreifen sollte wieder etwas wachsen. Mittlerweile wird hier seit 13 Jahren Getreide gesät, geerntet und nachhaltig verarbeitet.

Das sich verstetigende Feldprojekt konnte 2011 in die Ausgestaltung der Gedenkstätte Berliner Mauer einbezogen werden. Die in das Feld eingebettete Kapelle der Versöhnung lebt seither nicht allein mit dem Kirchenjahr und der Wiederkehr der Gedenktage zum Mauerbau und der Friedlichen Revolution: Hinzu kommt das Mitleben im bäuerlichen Jahr zwischen Aussaat und Ernte.












Pressefotos stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Pressemitteilung als PDF [PDF, 170,00 KB]
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Pressekontakt:
Gesine Beutin | Stiftung Berliner Mauer | Bernauer Straße 111
13355 Berlin | Tel. 030 / 467 9866 62 | E-Mail