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MITTWOCH, 1. AUGUST 2018
DIE VERLÄNGERTE MAUER – FLUCHTVERSUCHE AM EISERNEN VORHANG

Veranstaltungshinweis:
Donnerstag, 09. August 2018 | 18.30 Uhr
Gedenkstätte Berliner Mauer | Besucherzentrum | Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
Eintritt frei | Anmeldung nicht erforderlich

Berlin, 01. August 2018 – Anlässlich des 57. Jahrestags des Mauerbaus laden die Stiftung Berliner Mauer und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am Donnerstag, den 9. August, um 18.30 Uhr gemeinsam zu einem Vortrag und Zeitzeugengespräch in der Gedenkstätte Berliner Mauer ein. Unter dem Titel „Die verlängerte Mauer – Fluchtversuche am Eisernen Vorhang“ beschäftigt sich die Veranstaltung mit der Zusammenarbeit der Ostblockländer und der DDR bei der Absicherung der Grenzen und der strafrechtlichen Verfolgung. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerungen von Zeitzeugen an ihre Fluchtversuche über die Tschechoslowakei, Ungarn und Bulgarien in den Jahren 1981–1983. Der Eintritt ist frei.

Als am 13. August 1961 die Berliner Mauer gebaut wurde, hatten bereits mehr als 2,7 Millionen Menschen die DDR verlassen. Trotz Stacheldraht, Schießbefehl, Todesstreifen und der Androhung von Strafen riskierten die Menschen auch nach 1961 waghalsige Fluchtversuche aus der SED-Diktatur. Der kontinuierliche Ausbau des Grenzregimes versperrte zwar erprobte Routen, konnte die Fluchtbewegung aber nicht stoppen. Fluchtwillige schlugen andere Wege ein und suchten seit den 1970er Jahren verstärkt nach Möglichkeiten, über die östlichen „Bruderstaaten“ in den Westen zu gelangen. Sie hofften auf nachgiebigere Kontrollen und geringere Strafen – jedoch wurden Tausende entdeckt, inhaftiert und an die DDR überstellt.

PROGRAMM:
Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier – Direktor der Stiftung Berliner Mauer
Vortrag: Dr. Christopher Nehring – Deutsches Spionagemuseum Berlin, Leiter Forschung
Im Gespräch: Peter Keup, Thomas von Grumbkow – Zeitzeugen
Moderation: Dr. Sarah Bornhorst – Stiftung Berliner Mauer, Zeitzeugenarbeit und Biografieforschung

Christopher Nehring, Leiter des Bereichs Forschung am Deutschen Spionagemuseum Berlin, studierte Osteuropäische Geschichte in Heidelberg, St. Petersburg und Sofia und promovierte zur Kooperation der DDR-Auslandsaufklärung mit der bulgarischen Staatssicherheit. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel zum Thema Geheimdienste, DDR und Bulgarien, darunter die im Jahr 2017 bei der BStU erschienene Publikation „Tödliche Fluchten über Bulgarien. Die Zusammenarbeit von bulgarischer und DDR-Staatssicherheit zur Verhinderung von Fluchtversuchen“.

Peter Keup, geboren 1958 in Radebeul, war erfolgreicher Turniertänzer und vertrat die DDR bei zahlreichen Meisterschaften. Sein Wunsch war es, an Tanzturnieren im Westen teilzunehmen und dort Karriere zu machen. Im Juli 1981 scheiterte sein Fluchtversuch über die Tschechoslowakei. Verurteilt wegen „Republikflucht“ zu einer zehnmonatigen Haftstrafe, gelangte er im März 1982 im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik.

Thomas von Grumbkow, geboren 1960 in Leipzig, trampte schon als Jugendlicher gerne an die bulgarische Schwarzmeerküste. Im September 1981 missglückte sein Fluchtversuch an der bulgarisch-türkischen Grenze. Infolge einer Schussverletzung musste sein rechtes Bein amputiert werden. Nach einjähriger Haftstrafe wegen ungesetzlichen Grenzübertritts wurde er in die DDR entlassen, wo er sich in Leipzig der kirchlichen Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ anschloss. 1984 folgte die Ausreise nach Westberlin.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Berliner Mauer und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Kooperation mit www.zeitzeugenbuero.de

Pressemitteilung [PDF, 90,00 KB]

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Pressekontakt:
Gesine Beutin | Stiftung Berliner Mauer | Bernauer Straße 111 | 13355 Berlin
Tel. 030 / 467 9866 62 | E-Mail: presse@stiftung-berliner-mauer.de