Sie sind hier: Startseite | Presse

MITTWOCH, 24. OKTOBER 2018
BERLIN – STADT DES PROTESTS 1948 / 1968 / 1988

Veranstaltungshinweis:
Mittwoch, 31. Oktober 2018 | 19 Uhr
Gedenkstätte Berliner Mauer | Besucherzentrum | Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
Eintritt frei | Anmeldung nicht erforderlich

Berlin, 24. Oktober 2018 – Drei Protestjahre jähren sich 2018, die in der geteilten Stadt Berlin besonderen Niederschlag fanden: 1948, 1968 und 1988. Die drei Schlüsseljahre stehen im Fokus einer Podiumsdiskussion, zu der die Stiftung Berliner Mauer am Mittwoch, den 31. Oktober, um 19 Uhr einlädt. Die Veranstaltung „Berlin – Stadt des Protests 1948 / 1968 / 1988“ im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer fragt nach Wandel und Kontinuitäten von Protest unter den sich ändernden und auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs unterschiedlichen Bedingungen des Kalten Krieges. ExpertInnen mit verschiedenen Forschungsschwerpunkten beleuchten die AkteurInnen, Mobilisierung und Formen des Protests in Ost- wie West-Berlin. Der Eintritt ist frei.

1948 mobilisierte erst die SED ihre AnhängerInnen, um Sitzungen von Magistrat und Stadtverordneten zu stören, dann protestierten zehntausende BerlinerInnen gegen die Spaltung der Stadt. Höhepunkt war eine Kundgebung mit Oberbürgermeister Ernst Reuter vor dem Reichstag, bei der es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Ost-Berliner Polizei mit einem Todesopfer und vielen Verletzten kam.

1968 bildete West-Berlin einen zentralen Schauplatz der Studentenbewegung. Doch auch im Ostteil regte sich vorsichtiger Protest, der die Basis für die spätere Oppositionsbewegung bildete. Im Gegensatz zu 1948 verliefen die Konflikte nun nicht mehr entlang der Systemgrenzen, sondern quer zu den Konfliktlinien des Kalten Krieges: Nicht die Unterstützung, sondern die Kritik an der jeweils eigenen Obrigkeit war das Ziel.

1988 führte ein tiefsitzendes Misstrauen gegenüber den politischen Führungen zu Gegenaktionen in beiden Stadthälften. Im Ostteil gingen Menschen am Rande der staatsoffiziellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration auf die Straße, bei der mehr als 100 protestierende BürgerrechtlerInnen und AusreiseantragstellerInnen verhaftet wurden. Im Westteil gab es massive Proteste gegen die Jahrestagung von IWF und Weltbank, unter anderem auf einer Großdemonstration mit 80.000 TeilnehmerInnen.


PROGRAMM:

Einführung: Dr. Sarah Bornhorst und Dr. Gerhard Sälter – Stiftung Berliner Mauer
Moderation: Dr. Stefanie Eisenhuth – Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Es diskutieren:
Prof. Dr. Philipp Gassert – Universität Mannheim,
Dr. Elke Kimmel – Barnim Panorama,
Dr. Simon Teune – Technische Universität Berlin


ÜBER DIE MITWIRKENDEN:

Dr. Stefanie Eisenhuth studierte Neuere und Neueste Geschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Dissertation mit dem Titel „Die Schutzmacht. Eine Geschichte der amerikanischen Militärpräsenz in West-Berlin, 1945-1994“ verteidigte sie im Januar 2018. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität hat sie sich intensiv der Vermittlung der DDR-Geschichte gewidmet. Im November 2017 übernahm sie vertretungsweise die Koordination der Nachwuchsförderung am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; seit September 2018 leitet sie den Bereich Öffentlichkeitsarbeit des ZZF.

Prof. Dr. Philipp Gassert ist seit Februar 2014 Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. Er forscht im Bereich der deutschen und europäischen Zeitgeschichte sowie der transatlantischen Geschichte und der US-Außenpolitik des 20. und 21. Jahrhunderts. Seine wichtigsten aktuellen Themengebiete sind die Protest- und Friedensbewegungen im Kalten Krieg. 2018 erschien seine Monographie „Bewegte Gesellschaft: Deutsche Protestgeschichte seit 1945“, die erste umfassende Darstellung der Geschichte von Protest und Protestbewegungen in beiden deutschen Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg.

Dr. Elke Kimmel kam 1987 nach West-Berlin. Sie studierte und promovierte im Fach Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Seit 2002 hat sie verschiedene Ausstellungsprojekte zur Zeitgeschichte realisiert, u. a. am Deutschen Historischen Museum sowie für die Stiftung Berliner Mauer. Daneben hat sie zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte verfasst, zuletzt ist im August 2018 „West-Berlin. Biografie einer Halbstadt“ erschienen. Seit Juni 2018 leitet Elke Kimmel das Barnim Panorama in Wandlitz bei Berlin.

Der Soziologe Dr. Simon Teune ist Ko-Leiter des Bereichs „Soziale Bewegungen, Technik, Konflikte“ am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin. Zugleich ist er Vorstandsmitglied des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung, einem universitätsübergreifenden Zusammenschluss von WissenschaftlerInnen dieses Felds. Derzeit erforscht er im Projekt „Bilder der Empörung“ die visuelle Kommunikation von sozialen Bewegungen.

Diese Pressemitteilung als PDF [PDF, 100,00 KB]


____________________
Pressekontakt: Gesine Beutin | Stiftung Berliner Mauer | Bernauer Straße 111 | 13355 Berlin
Tel. 030 / 467 9866 62 | E-Mail