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DIENSTAG, 2. APRIL 2019
AUFHEBUNG DES SCHIEßBEFEHLS DURCH DDR-REGIERUNG

Die Stiftung Berliner Mauer erinnert daran, dass vor 30 Jahren, am 3. April 1989, der amtierende Minister für Nationale Verteidigung der DDR, Generaloberst Fritz Streletz, die Aufhebung des Schießbefehls an der Berliner Mauer und innerdeutschen Grenzen angeordnet hat. Weiterhin wurde damals mitgeteilt, dass der Befehl mündlich bis zum 4. April bis auf die Ebene der Grenzposten durchgestellt werden solle.

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, sagt dazu: „Die Aufhebung dieses Befehls – den es ja offiziell nicht gab – ist ein zentrales, historisches Ereignis. Es bedeute eine Abkehr der DDR-Regierung von ihrer bisherigen Praxis an der Berliner Mauer und innerdeutschen Grenze. Gleichzeitig unterstreicht das Vorgehen, wie stark die DDR-Führung nach dem Tod von Chris Gueffroy im Februar 1989 unter Druck stand. Für uns ist der Tag wichtig, weil er deutlich macht, wie wichtig das Gedenken an die 140 Todesopfer an der Berliner Mauer ist.“

Die Aufhebung der Anordnung an die Grenzsoldaten, auf Flüchtlinge zu schießen, wenn anders eine Flucht nicht zu verhindern sei, gab der Minister nur mündlich. Das Verteidigungsministerium der DDR wollte damit verhindern, dass die Existenz eines solchen Befehls durch seinen schriftlichen Widerruf im Westen dokumentiert werden könnte. Die ausschließlich mündliche Weitergabe politisch brisanter Weisungen war eine im Militär der DDR gelegentlich geübte Praxis.

Chris Gueffroy war der letzte Mensch, der an der Berliner Mauer erschossen wurde. Er hatte am 5. Februar 1989 versucht, von Ost- nach West-Berlin zu fliehen. Sein Tod sorgte weltweit für Aufsehen, Bilder seines Leidens gingen um die Welt und lösten große Diskussionen aus. Nur einige Monate später gab es die ersten Montagsdemonstrationen in Leipzig und am 9. November fiel die Berliner Mauer nach massiven Demonstrationen und Protesten in der DDR.

Die Stiftung Berliner Mauer erinnert mit zahlreichen Informationen, Veranstaltungen und Aktivitäten an die Friedliche Revolution und den Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989.
Im August 2019 wird die 3. Auflage des biografischen Handbuchs zu den Todesopfern an der Berliner Mauer erscheinen. Von Dienstag bis Freitag finden in der Kapelle der Versöhnung um 12.00 Uhr regelmäßig Andachten für die Todesopfer an der Berliner Mauer statt.

Pressemitteilung als Pdf [PDF, 140,00 KB]


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Kontakt: Hannah Berger | Pressesprecherin Stiftung Berliner Mauer
Bernauer Straße 111 | 13355 Berlin |Tel. 030 / 467 9866 62 | E-Mail: presse@stiftung-berliner-mauer.de