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DIENSTAG, 21. JANUAR 2020
ERINNERUNG AN DIE SPRENGUNG DER VERSÖHNUNGSKIRCHE VOR 35 JAHREN

Berlin, 21. Januar 2020 – Die Stiftung Berliner Mauer erinnert an die Sprengung der Kirche der Versöhnung in der Bernauer Straße vor 35 Jahren. Am 22. Januar 1985 begann auf Anordnung der DDR-Führung der Abriss der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße, die seit dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 unzugänglich im Grenzstreifen lag. Nach der Zerstörung des Kirchenschiffs folgte am 28. Januar die Sprengung des Kirchturms.

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, sagt dazu: „Die Sprengung der Versöhnungskirche betrifft uns auch heute noch - 35 Jahre danach und 30 Jahre nach dem Fall der Mauer. Denn die Geschichte der Versöhnungskirche verdeutlicht die Brisanz der deutschen Teilung: Mehr als zwei Jahrzehnte stand die Kirche mahnend im Todesstreifen und erinnerte an das gemeinsame Leben in der Stadt vor dem Mauerbau 1961. Die Sprengung der Kirche 1985 zeugt von der Willkür der DDR-Staatsführung gegenüber jedweden gewachsenen Strukturen. Die traurige Geschichte dieser besonderen Kirche zeigt die Absurdität des Grenzsystems und macht die dramatischen Auswirkungen des Mauerbaus auf das Leben der Menschen deutlich. Zugleich ist die symbolische Kraft der Versöhnungskirche noch heute zu spüren. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte Berliner Mauer. Die Kapelle der Versöhnung, die auf dem Fundament der einstigen Kirche gebaut wurde, ist ein zentraler Ort des persönlichen Gedenkens an die Opfer der Mauer und die Kirchengemeinde ein wesentlicher Partner der Stiftung Berliner Mauer."




Ostansicht auf die Trümmer der Versöhnungskirche nach der Sprengung des Kirchturms
Foto: Evangelisches Landeskirchliches Archiv/Regine Hildebrandt

Von 1961 bis 1985 stand die Kirche eingemauert im Todesstreifen – unerreichbar für die Gemeindemitglieder auf beiden Seiten der Mauer.
Nur die Grenzsoldaten hatten Zutritt zu dem Bauwerk, das im Verlauf der Zeit dem Zerfall preisgegeben wurde. Die DDR-Führung begründete den Abriss der Kirche mit der Erhöhung der Sicherheit und Sauberkeit der Staatsgrenze zu West-Berlin.

Nach dem Mauerfall erhielt die Versöhnungsgemeinde ihr Kirchengrundstück zurück. In der Kapelle der Versöhnung, die dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, wird in regelmäßigen Andachten an die Opfer der Mauer erinnert. Bis heute ist die Kirchengemeinde ein zentraler Partner der Stiftung Berliner Mauer, die in der Bernauer Straße für die Gedenkstätte Berliner Mauer verantwortlich ist.

Pressemitteilung als PDF [PDF, 280,00 KB]

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Kontakt: Hannah Berger | Pressesprecherin Stiftung Berliner Mauer
Bernauer Straße 111 | 13355 Berlin |Tel. 030 / 213 0851 62 | E-Mail