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DONNERSTAG, 26. MÄRZ 2020
STIFTUNG BERLINER MAUER GRATULIERT BEN WAGIN

Berlin, 26. März 2020 – Der Aktionskünstler und Schöpfer des „Parlaments der Bäume gegen Krieg und Gewalt“, Ben Wagin, feiert am 27. März seinen 90. Geburtstag. Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, unterstreicht:

„Wir gratulieren Ben Wagin sehr herzlich. Er ist ein beeindruckender Künstler, der mit seinem kritischen Geist und Ideenschatz unsere Stadt und ihre Erinnerungskultur im öffentlichen Raum maßgeblich geprägt hat. Mit seinem öffentlichen Wirken, seinem Setzen von mahnenden Erinnerungszeichen an die Verbrechen beider deutscher Diktaturen und insbesondere der Initiative für das „Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt“ hat er einzigartige politische Statements geschaffen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, ihm für sein jahrzehntelanges Engagement gegen Krieg und Gewalt zu danken, das bereits mit der Teilnahme am Bildhauerkolloquium im Tiergarten nach dem Mauerbau im November 1961 begann. Dabei handelte es sich um den ersten künstlerischen Protest gegen die Teilung der Stadt.“

Ben Wagin (*1930), der seit 1957 in Berlin lebt, begeht seinen Geburtstag am 27. März auf dem Außengelände des Anhalter Gartens am Deutschen Technikmuseum, wo er den Frühling symbolisch mit der Aussaat von Sonnenblumen begrüßt. Aufgrund der Corona-Krise musste die offizielle Wiederinbetriebnahme des Trinkwasserbrunnes der Berliner Wasserbetriebe im Anhalter Garten mit dem Regierenden Bürgermeister, Michael Müller, abgesagt werden. Die Feierlichkeiten sollen – sofern möglich – zur Sommersonnenwende am 21. Juni 2020 nachgeholt werden.

Das „Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt“ entstand ab 1990 am östlichen Spreeufer gegenüber des Reichstagsgebäudes auf Initiative von Ben Wagin. Mit seinem Verein „Baumpaten“ pflanzte der Künstler kontinuierlich Bäume auf dem ehemaligen Grenzstreifen, wo ein großes Teilstück der Hinterlandmauer nicht zuletzt durch sein Engagement erhalten geblieben war. Gemeinsam mit anderen Künstlern gestaltete er die verbliebenen Teile der Berliner Mauer zu einem Erinnerungsort für die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze wie auch für Opfer des Zweiten Weltkrieges. Ende der 1990er Jahre wurde das Gedenkareal aufgrund der Errichtung der Bauten für den Bundestag verkleinert. Heute steht ein Teil der von Wagin gestalteten Original-Mauersegmente im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Sie dienen als öffentlich zugängliches Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages.

Es ist geplant, dass das „Parlament der Bäume“ an die Stiftung Berliner Mauer übertragen wird. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, laufen derzeit Verhandlungen darüber zwischen dem Bund, dem Land Berlin und der Stiftung.

Pressemitteilung als PDF [PDF, 90,00 KB]
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Kontakt:
Hannah Berger | Pressesprecherin Stiftung Berliner Mauer
Bernauer Straße 111 | 13355 Berlin |Tel. 030 / 213085-161| E-Mail: presse@stiftung-berliner-mauer.de