DI, 22.01.2013 - 19:00 UHR
Stefan Heym - Jahrhundertbürger oder Unperson?

Filmabend und Diskussion mit Fritz Pleitgen (ehem. WDR-Intendant), Markus Meckel (Außenminister a. D.) und Prof. Jürgen Haase (Filmproduzent) anlässlich des 100. Geburtstags von Stefan Heym.

Stefan Heym (1913-2001) war politischer Intellektueller und zugleich Schriftsteller von Weltrang; US-Bürger, später DDR-Bürger, dann Alterspräsident des Deutschen Bundestages. Heym konfrontierte das DDR-Regime stets mit seinen kritischen Texten zu Zeitgeschichte und deutscher Teilung. Seine Texte wurden häufig noch vor der Publikation in der DDR in der Bundesrepublik veröffentlicht. Ab Mitte der 1960er-Jahre galt Stefan Heym in der DDR als Dissident, was ihm später eine nahezu lückenlose Stasi-Überwachung einbrachte. 1976 war er Verfasser und Erstunterzeichner der Protestnote gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Als literarischer und politischer Grenzgänger blieb Stefan Heym auch im wiedervereinigten Deutschland eine große streitbare moralische Instanz.

Anlässlich seines 100. Geburtstages 2013 widmen sich der Filmproduzent Jürgen Haase und der Journalist Fritz Pleitgen, Heym-Kenner, langjähriger DDR-Korrespondent und ehemaliger Intendant des WDR, gemeinsam mit dem Bürgerrechtler und letzten Außenminister der DDR, Markus Meckel, dem Thema „Widerstand und Anpassung in der DDR“. Der gezeigte Dokumentarfilm gibt Einblick in die Biografie Stefan Heyms.

Dokumentarfilm und Diskussion: Fritz Pleitgen und Markus Meckel
Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier (Direktor Stiftung Berliner Mauer)
Moderation: Prof. Jürgen Haase (Filmproduzent und Kulturmanager)

Ort: Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer
Bernauer Straße 119, 13355 Berlin

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Wilhelm-Fraenger-Institut statt.

Download: Veranstaltungsflyer [PDF, 350,00 KB]