DO, 11.06.2009 - 19:30 UHR
Buchvorstellung: "Grenzpolizisten - Konformität, Verweigerung und Repression in der Grenzpolizei und den Grenztruppen der DDR (1952-1965)"

Erschienen als Band 17 der Reihe "Militärgeschichte der DDR" im Christoph Links Verlag, Berlin, Autor Dr. Gerhard Sälter.

Die Jahre 1952 und 1961 bilden Zäsuren in der Geschichte der DDR: die schrittweise Schließung der Grenzen. Junge Männer bewachten seitdem als Grenzpolizisten und Grenzsoldaten die Sperranlagen und mussten ihre Waffen gegen Flüchtlinge richten. Vor dem Hintergrund des Gewaltcharakters des Grenzregimes der DDR analysiert Dr. Gerhard Sälter in seinem Buch, das vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam herausgegeben wurde, erstmals die Motive der Grenzer und die Bedingungen ihrer Mitwirkung. Er beschreibt, welche Mittel und Methoden eingesetzt wurden, um sicherzustellen, dass sie im Zweifelsfall auch auf Menschen geschossen hätten, nur weil sie unerlaubt die Grenze überquerten. Der Autor zeigt, dass die Grenze mehr war als die Mauer, die man vom Westen aus sehen konnte: Neben den technischen Sperranlagen waren Menschen nötig, die Teil des „Systems Grenze“ waren und seine Funktion gewährleisteten.

Dr. Gerhard Sälter, geboren 1962, ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Gedenk-stätte Berliner Mauer. Er hat bisher Publikationen zur Praxis von Herrschaft, zur Geschichte von Devianz, Polizei, Denunziation, Justiz und Inhaftierung sowie zum MfS, zur Grenzpolizei der DDR und zur Berliner Mauer vorgelegt.

Die Buchpräsentation findet in Kooperation mit dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam und dem Christoph Links Verlag statt.