MI, 28.01.2009 - 19:30 UHR
Verrat verjährt nicht

Sieben Menschen, sieben Schicksale. Als der Kalte Krieg heiß war, kämpften sie an unsichtbarer Front. Ihre Waffen: Vertrauen, Verführung, Verrat. Als die Mauer in Deutschland fiel, war nichts mehr wie es war. Ihr Doppelleben verfolgt sie weiter, bis heute.

Das Buch liefert keine "sensationellen Enthüllungen". Es will etwas wagen. Es verlässt die Oberfläche, vermeidet schrille Schlagzeilen und verzichtet auf sattsam bekannte Stellungnahmen. Die Geschichten öffnen einen unverstellten Blick auf die Stasi-Herrschaft und ihre Durchdringung der Gesellschaft bis in privateste Bereiche. Es geht um Täter, Opfer und geopferte Täter, um unerkannten Verrat in nächster Nähe.
Die beschriebenen Schicksale sind voller Hoffnungen, Dramatik und Irrtümer. Sie werden aus erster Hand erzählt. Der Leser erfährt, was passiert, wenn der Bruder, der Freund oder die Partnerin Vertrauen missbrauchen und zum persönlichen Feind werden. Die Folgen des Doppelspiels wirken lebenslang: Verrat zerstört Freundschaften und politische Ideale. Es dauert lange, bis die Wunden heilen.
Die Erzählungen sind minutiös recherchiert worden auf der Basis von jahrelangen Gesprächen mit Beteiligten, Zeitzeugenprotokollen und umfangreichen Aktenfunden.

Christhard Läpple, 1958 in Ludwigsburg geboren, hat Publizistik, Politik und Geschichte studiert. Seine Laufbahn als Journalist begann er 1980. 1984 trat er dem ZDF bei, wo er nach vielfältigen und verantwortlichen Positionen seit 2001 stellvertretender Redaktionsleiter von Aspekte ist. 2004 übernahm er das Rechercheprojekt "Fernsehen und Kalter Krieg", woraus u. a. 2006 die zweiteilige Fernsehdokumentation "Die Feindzentrale" entstand. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.