DO, 03.09.2009 BIS FR, 04.09.2009
Korrekturen! Die Geschichte ist nicht zu Ende

Mit seiner Reihe "Korrekturen! Die Geschichte ist nicht zu Ende" präsentiert das Maxim Gorki Theater zwei ungewöhnliche Inszenierungen an einem ungewöhnlichen Ort. Den Anfang macht das Zwei-Mann-Stück "Zwei Ansichten" von Uwe Johnson. Zu sehen ist das Stück in der Kapelle der Versöhnung. Es beschreibt die Liebe des jungen Herrn B. aus einer westdeutschen Kleinstadt zur jungen Ostberliner Krankenschwester D.. Beide glauben zunächst die große Liebe gefunden zu haben, bis zum Bau der Mauer, die ein Miteinander zunehmend erschwert. Die Beziehung der beiden jungen Menschen wird zum Politikum, ihre Liebe vergeht.

Mit dem Ein-"Frau"-Stück "Herztier" von Herta Müller wird der Vorplatz der Kapelle zur Bühne für das erste Openair-Theater in der Gedenkstätte Berliner Mauer. Auf einer Miniaturbühne wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die zur Zeit des Ceausescu- Regimes zu einer Gruppe junger Dichter gehörte, die heimlich Gedichte lesen und schreiben. Sie begibt sich auf einen Balanceakt zwischen ihrer Familie und dem unbedingten Drang, dem verhassten Regime zu entkommen. Der Wunsch, endlich nicht mehr eingesperrt zu sein, treibt die Protagonistin schließlich immer mehr in Richtung Grenzgebiet - der erhofften Freiheit entgegen.