DO, 30.08.2018 - 19:00 UHR
FREI. Roman von Roswitha Quadflieg und Burkhart Veigel

Buchvorstellung mit dem Autorenpaar

Roswitha Quadflieg und Burkhart Veigel werfen in ihrem Roman „Frei“ einen spannenden Blick auf das Ende der DDR, rückblendend auf zeitgeschichtliche Ereignisse in den frühen Jahren nach dem Mauerbau und auf die Wirkungen des Kalten Krieges und schließlich der Wiedervereinigung - bis in die Gegenwart.
Dabei halten sie sich zum einen konzise an die historische Fakten und erdenken darüber hinaus eine romanhafte Handlung, die dem Historischen eine neue narrative Qualität gibt. „Frei“ ist ein temporeich und mitreißend erzähltes Buch, das die Frage nach individueller Verantwortung angesichts der politischen Umwälzungen stellt – damals wie heute.

Die Handlung:
Als Student in den Sechzigerjahren war Janus Emmeran einer der erfolgreichsten Fluchthelfer im geteilten Berlin. Vierzig Jahre später kehrt er in seine Schicksalsstadt zurück und lernt per Kontaktanzeige die fast 30 Jahre jüngere Colette kennen, Tochter eines linientreuen Hochschulprofessors in der DDR und Inhaberin eines kleinen Verlags. Zwischen den beiden, die verschiedener nicht sein könnten, entwickelt sich eine Amour fou, die bald auch Janus’ bewegte Vergangenheit wieder lebendig werden lässt – vom Tag des Mauerbaus am 13. August 1961 bis zum Aufbau des Fluchthilfenetzwerks.

Ungeachtet ihrer so verschiedenen Lebensläufe in Ost und West versuchen Colette und Janus zueinanderzufinden. Bald wird ihnen klar, dass es nicht nur die deutsche Vergangenheit ist, die zwischen ihnen steht. Janus wird von einem Freund und ehemaligen Fluchthelfer gebeten, Anisa, eine verfolgte junge Frau syrisch-kurdischer Abstammung, in seinem Haus in der Schweiz zu verstecken. Anisas Schwester wurde von ihrem Vater und ihrem Onkel umgebracht, nun droht Anisa ein ähnliches Schicksal. Und in Janus erwacht aufs Neue der Drang, zu helfen.


PROGRAMM:
Begrüßung: Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer
Lesung und Podiumsgespräch mit Roswitha Quadflieg und Burkhart Veigel
Moderation: Peter Wensierski, Journalist und Autor

Roswitha Quadflieg, in Zürich geboren, wuchs in Hamburg auf. Nach dem Kunststudium gründete sie 1973 die Raamin-Presse, eine Verlagswerkstatt, in der sie bis 2003 Texte der Weltliteratur mit eigenen Bildern druckte. Seit 1985 ist sie als Schriftstellerin tätig. Sie schreibt Romane, Essays, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Sie lebt seit 2012 in Berlin.

Burkhart Veigel, geboren in Thüringen, aufgewachsen in Schwaben, studierte Medizin in Westberlin. Nach der Facharzt-Ausbildung zum Unfallchirurgen und Orthopäden führte er 30 Jahre lang eine eigene Praxis in Stuttgart. Seit 2007 lebt er wieder in Berlin. In den Jahren 1961 bis 1970 war er einer der erfolgreichsten Fluchthelfer in Berlin. 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2011 erschien sein Sachbuch „Wege durch die Mauer. Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West”.

Peter Wensierski berichtete ab 1979 als West-Journalist aus der DDR. Ab 1986 war er Redakteur des ARD-Magazins KONTRASTE; 1993 wechselte er ins Deutschland-Ressort des SPIEGEL. 2006 erschien sein Buch „Schläge im Namen des Herrn“ über ehemalige Heimkinder. Es wurde mehrfach verfilmt und führte zur Gründung des „Runden Tisches Heimerziehung“. Dafür erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Weitere Buchpublikationen folgten, u. a. der Bestseller „Die verbotene Reise“ und zuletzt „Berlin – Stadt der Revolte“.


Ort: Gedenkstätte Berliner Mauer | Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin

Eintritt frei
Keine Anmeldung erforderlich

In Kooperation mit dem EUROPA VERLAG



PUBLIKATION:
Roswitha Quadflieg & Burkhart Veigel
FREI. Roman
EUROPA VERLAG, 2018
344 Seiten
ISBN 978-3-95890-186-5
19,90 €

Der Roman ist sowohl in der Buchhandlung des Besucherzentrums der Gedenkstätte Berliner Mauer als auch online beim Verlag erhältlich.