DO, 14.11.2019 - 19:00 UHR
Hüben und Drüben | DIE MAUER (Defa / D 1990)

Filmreihe

Die Öffnung und der anschließende Fall der Berliner Mauer waren Ereignisse, die weltweit Aufmerksamkeit erregten.
Als Wahrzeichen des Kalten Krieges im August 1961 errichtet, stand das - zunehmend stärker befestigte - Bauwerk als sichtbarer Ausdruck der deutschen Teilung jahrzehntelang im Mittelpunkt des Interesses nicht nur der Berliner und ihrer internationalen Gäste, sondern auch der Filmemacher hüben und drüben.
Anlässlich des Mauerfall-Jubiläums präsentiert die Filmreihe einen Dokumentarfilm und drei Spielfilme, die den gesamten Zeitraum der deutschen Teilung umfassen, deren Kulminationspunkte jedoch der Herbst 1989 und der Mauerfall bilden.

Jeweils vor Filmbeginn gibt Dr. Annette Dorgerloh
(Humboldt-Universität) eine Einführung in den Film.


Tickets: www.acudkino.de

Ort: ACUD-KINO AM WEINBERG IN BERLIN-MITTE | Veteranenstraße 21, 10119 Berlin

In Kooperation mit dem ACUDKino

Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Programms der Stiftung Berliner Mauer zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

DONNERSTAG, 14. NOVEMBER 2019 | 19 UHR
DIE MAUER

DEFA / D 1990 | Dokumentarfi lm von Jürgen Böttcher
Jürgen Böttcher schildert in seinem preisgekrönten Dokumentarfi
lm Die Mauer (DEFA / D 1990) persönliche, präzise
beobachtete Eindrücke jener Monate unmittelbar nach
der Maueröffnung und stellt diese in größere historische
Zusammenhänge. So projiziert der Filmemacher auf die
Reste der Mauer unweit des Brandenburger Tores historische
Filme aus der Zeit des Mauerbaus und gibt dem
nun ungefährlich gewordenen Bauwerk seine komplexe
Geschichte zurück.
Der vom DEFA-Studio für Dokumentarfi lme produzierte
Film wurde am 5. Oktober 1990 im Kino Arsenal uraufgeführt.
„Demontage eines Alptraums“ lautete zunächst
sein Untertitel. Wie kein anderes Medium vermag uns
dieser Film heute, dreißig Jahre später, die Ereignisse,
Stimmungen und Befi ndlichkeiten rund um die durchlässig
gewordene Mauer nahe zubringen.

Weitere Termine:

DONNERSTAG, 21. NOVEMBER 2019 | 19 UHR
DIE ARCHITEKTEN

DEFA / DDR 1990 | Regie: Peter Kahane
Peter Kahanes DDR-kritischer Film Die Architekten,
1989/90 als einer der letzten DEFA-Spielfi lme produziert,
hatte einen langen Vorlauf, bevor die Dreharbeiten
begonnen werden durften. Als er am 21. Juni 1990, kurz
vor der Währungsunion, in die Kinos kam, wollte ihn
niemand sehen, war er doch für alle offensichtlich von
der Geschichte überholt worden. Im Blick zurück von
heute aus ist es nicht nur erstaunlich, dass dieser Film
überhaupt entstehen konnte, er ist zudem eines der
wichtigsten filmischen Dokumente der untergehenden
DDR geworden. Präzise und anschaulich beschreibt er
am Beispiel einer Gruppe nicht mehr ganz junger Architekten,
wie dieser unter der Leitung ihres ehemaligen
Mitstudenten Daniel Brenner ein großes Projekt übertragen
wird, das kulturelle Zentrum für eine Berliner
Trabantenstadt. Brenner und sein Team arbeiten engagiert
und entwickeln neue, konstruktive Ideen, die jedoch
an einer Vielzahl bürokratischer und ideologischer Hürden
scheitern. Und längst verlassen viele Menschen die
DDR in Richtung Westen…

DONNERSTAG, 28. NOVEMBER 2019 | 19 UHR
DAS VERSPRECHEN

D 1994 | Regie: Margarethe von Trotta
Margarethe von Trottas Film Das Versprechen (D 1994)
spannt einen weiten Bogen vom Mauerbau 1961 bis
zum Mauerfall.
Im Zentrum des politischen Melodrams stehen Sophie
und Konrad, ein Liebespaar, das auseinandergerissen
wird, als die gemeinsame Flucht einer Gruppe von
fünf Jugendlichen aus Ost-Berlin im Herbst 1961
misslingt. Konrad bleibt zurück, wird zunächst verhaftet
und bleibt in der DDR. Ein zweiter Versuch,
in Prag zusammen zu kommen, scheitert durch den
Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts 1968.
Obwohl die Lebensläufe auseinandergehen, bleiben
beide doch aufeinander bezogen, nicht zuletzt durch
das gemeinsame Kind. Der Regisseurin gelingt in diesem
Film eine eindringliche Darstellung des Ineinandergreifens
von politischer Geschichte und privatem
Leben unter den Bedingungen des Kalten Krieges.

DONNERSTAG, 5. DEZEMBER 2019 | 19 UHR
LIEBE MAUER

D 2009 | Regie: Peter Timm
Liebe Mauer ist als eine romantische Tragikomödie
konzipiert. Sie basiert auf wahren Geschehnissen,
denen Peter Timm eine geradezu utopische Dimension
gibt. Der Filmemacher wohnte selbst eine Zeit
lang in West-Berlin in der Sebastianstraße direkt an
der Mauer und beobachtete Versuche von Kontaktaufnahmen
einzelner Frauen mit Grenzsoldaten.
In einem erfolgreichen Fall griff der Westberliner
Staatsschutz ein und riet ihr zur Berichterstattung.
Von Seiten der DDR-Staatssicherheit wurden derartige
Begegnungen sofort instrumentalisiert; zur Kontaktaufnahme
sollte Liebe sogar geheuchelt werden.
Mit seinem Film wollte Timm zeigen, „wie die Liebenden
dem ganzen widerstehen und Zivilcourage
zeigen“. Timm, der 1973 selbst aus der DDR ausgewiesen
worden war, setzt in seinem Filmen immer
wieder auf Komik in der Tradition Ernst Lubitschs; in
diesem versöhnlichen Film aus dem Jahr 2009 geht
es ihm vor allem um die subversive Kraft der Liebe.



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